Wanne zu Dusche: So wird aus der Badewanne eine bodengleiche Dusche — Kosten, Zuschüsse, Ablauf
Badewanne raus, bodengleiche Dusche rein: Kosten, bis zu 4.180 € Pflegekassen-Zuschuss, Ablauf in 5 Schritten und häufige Fehler — verständlich erklärt.

Der Rand einer normalen Badewanne liegt bei 50 bis 60 Zentimetern — für viele ältere Menschen wird genau dieser Einstieg zur täglichen Mutprobe und zum größten Sturzrisiko in der ganzen Wohnung. Der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche ist deshalb die mit Abstand häufigste Einzelmaßnahme im altersgerechten Bad — und sie wird von der Pflegekasse großzügig bezuschusst. Dieser Ratgeber erklärt (Stand: Juli 2026), wie der Umbau abläuft, was er kostet, welche Förderwege es gibt und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten, damit kein Zuschuss verloren geht.
Warum sich der Umbau lohnt — über die Sicherheit hinaus
Das Bad ist statistisch einer der häufigsten Sturz-Orte im Haushalt, und der Wanneneinstieg ist dabei die kritischste Stelle: nasse Füße, glatte Oberfläche, einbeiniger Stand beim Übersteigen. Eine bodengleiche Dusche beseitigt genau diese Hürde — und bringt darüber hinaus: selbstständige Körperpflege ohne Hilfe (oft der entscheidende Faktor, um zu Hause wohnen zu bleiben), Platz für Duschhocker oder Rollator, bei Bedarf sogar für einen Duschrollstuhl, leichtere Pflege durch Angehörige oder Pflegedienst, wenn Unterstützung nötig ist, und nebenbei ein moderneres Bad, das den Wert der Immobilie eher hebt als senkt. Was sonst noch zum barrierefreien Bad gehört (Haltegriffe, rutschhemmende Beläge, unterfahrbarer Waschtisch): Checkliste barrierefreies Bad und die Übersicht Barrierefreies Bad.
So läuft der Umbau ab — und wie lange er dauert
Der klassische Weg ist der Wannentausch im Bestand: Die alte Wanne wird ausgebaut, der Boden im Wannenbereich aufbereitet und abgedichtet, ein flaches Duschelement eingesetzt, neu gefliest bzw. mit Wandpaneelen verkleidet und eine Glasabtrennung montiert. Spezialisierte Betriebe schaffen diesen Systemumbau häufig in 1–2 Arbeitstagen, weil nur der Wannenbereich angefasst wird und das übrige Bad unberührt bleibt. Wird das komplette Bad saniert (neue Leitungen, kompletter Boden, alle Wände), sind eher 1–2 Wochen realistisch. Wichtig fürs Erdgeschoss und den Altbau: Ob wirklich bodengleich (0 cm) oder mit flacher Duschtasse (wenige cm) gebaut werden kann, hängt von der Aufbauhöhe des Bodens und dem Abfluss ab — das klärt der Fachbetrieb beim Aufmaß.
Was kostet der Umbau von der Wanne zur Dusche?
Richtwerte Stand: Juli 2026 (je nach Region, Material und Zustand des Bades; verbindlich sind nur konkrete Angebote):
| Umbau-Variante | Kosten-Richtwert |
|---|---|
| Wannentausch als Systemumbau (nur Wannenbereich) | ca. 2.500–6.000 € |
| Wannentausch mit hochwertiger Ausstattung (rahmenlose Glasabtrennung, Sitzbank, rutschhemmende Großformatfliesen) | ca. 5.000–8.000 € |
| Komplettsanierung zum barrierefreien Bad | ab ca. 8.000 €, je nach Größe deutlich mehr |
Die größten Kostentreiber: Bodenaufbau/Abflusshöhe (bodengleich vs. flache Tasse), Fliesenarbeiten über den Wannenbereich hinaus und Sonderwünsche bei Glas und Armaturen. Auch hier gilt: 2–3 Angebote einholen — die Preisunterschiede zwischen Betrieben sind erheblich (Anbieter-Vergleich). Den Kostenrahmen der Komplettsanierung finden Sie auf der Übersicht Barrierefreies Bad.
Förderwege: § 40, KfW und Steuer — und die richtige Reihenfolge
| Förderweg | Das Wichtigste |
|---|---|
| Pflegekasse § 40 SGB XI | Bis 4.180 € je pflegebedürftiger Person (ab Pflegegrad 1, Stand: Juli 2026) — der wichtigste Weg. Antrag mit Kostenvoranschlag VOR Baubeginn; leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, addiert sich der Betrag. |
| KfW-Zuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen“ | Unabhängig vom Pflegegrad, solange Fördermittel verfügbar (Programm 2026 wieder geöffnet). Antrag zwingend VOR Vorhabensbeginn. Details: KfW-Förderung. |
| Steuerbonus § 35a EStG | 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 €/Jahr) als Handwerkerleistung, wenn kein Zuschuss dieselben Kosten deckt (Stand: Juli 2026). |
| Ohne Pflegegrad? | Pflegegrad-Antrag prüfen — schon Pflegegrad 1 genügt für § 40: Pflegegrad beantragen. |
Alle Förderwege im Detail und wie sie sich kombinieren lassen: Zuschuss zum Badumbau. Schnelle Ersteinschätzung: Zuschuss-Rechner.
Beispielrechnung (fiktiv, zur Veranschaulichung): Systemumbau Wanne zu Dusche für 5.800 €, Pflegegrad 2 vorhanden, Antrag vor Baubeginn bewilligt: 5.800 € − 4.180 € Pflegekassen-Zuschuss = 1.620 € Eigenanteil. Auf die verbleibenden Arbeitskosten kann zusätzlich der Steuerbonus § 35a geprüft werden — aber nie doppelt auf dieselben geförderten Kosten.

In 5 Schritten von der Wanne zur Dusche
- Bedarf und Bad prüfen: Was muss die neue Dusche können (Duschhocker? Rollator? Pflege durch Dritte?) — und was gehört gleich mit erledigt (Haltegriffe, rutschhemmender Belag)? Zur Checkliste.
- Kostenvoranschlag einholen: 2–3 Fachbetriebe mit Aufmaß vor Ort (Anbieter-Vergleich) — inklusive Klärung bodengleich vs. flache Tasse.
- Förderung beantragen — VOR Baubeginn: § 40-Antrag mit Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse; parallel ggf. KfW 455-B. Erst die Bewilligung abwarten.
- Umbau durchführen lassen: Beim Systemumbau meist 1–2 Arbeitstage; die Abdichtung (Nassbereich) unbedingt vom Fachbetrieb.
- Rechnung einreichen: Rechnung an die Pflegekasse (Auszahlung des Zuschusses) und Arbeitskosten-Anteil für die Steuererklärung dokumentieren.
Mietwohnung: Umbau nur mit Zustimmung — aber mit guten Karten
In der Mietwohnung braucht der Umbau die Zustimmung des Vermieters. Die gute Nachricht: Bei nachgewiesenem berechtigtem Interesse (Alter, Behinderung, Pflegebedürftigkeit) können Mieter die Erlaubnis für barrierereduzierende Umbauten in der Regel verlangen (§ 554 BGB) — der Vermieter darf aber eine angemessene Sicherheit für den späteren Rückbau fordern. Praktisch bewährt: das Gespräch mit Kostenvoranschlag und Förderzusage suchen; ein professionell umgebautes Bad ist für viele Vermieter eher Aufwertung als Risiko.
Häufige Fehler beim Umbau Wanne zu Dusche
- Erst umbauen, dann Antrag stellen — der teuerste Fehler: § 40- und KfW-Förderung setzen den Antrag VOR Baubeginn voraus.
- Nur ein Angebot — gerade beim Systemumbau schwanken die Preise stark.
- Abdichtung unterschätzt — Wasserschäden durch Eigenleistung im Nassbereich kosten ein Vielfaches des Fachbetriebs.
- Nur an heute gedacht — wer jetzt schon unsicher steht, plant Sitzbank, Haltegriffe und Platz für den Duschhocker gleich mit.
- Bodengleich versprochen, flache Tasse gebaut — Aufbauhöhe und Abfluss vorher klären lassen, das gehört ins Angebot.
- Zuschüsse doppelt eingeplant — der Steuerbonus gilt nicht auf Kosten, die bereits bezuschusst wurden.

Häufige Fragen zum Umbau Wanne zu Dusche (FAQ)
Was kostet es, die Badewanne in eine Dusche umzubauen?
Richtwerte Stand: Juli 2026: Systemumbau nur im Wannenbereich ca. 2.500–6.000 €, mit gehobener Ausstattung bis ca. 8.000 €; Komplettsanierungen liegen darüber. Verbindlich sind nur Angebote nach Aufmaß.
Zahlt die Pflegekasse den Umbau von Wanne zu Dusche?
Ja — als wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit bis zu 4.180 € je pflegebedürftiger Person (§ 40 SGB XI, ab Pflegegrad 1, Stand: Juli 2026). Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt und bewilligt werden.
Wie lange dauert der Umbau?
Der Systemumbau im Wannenbereich dauert bei spezialisierten Betrieben häufig nur 1–2 Arbeitstage; eine Komplettsanierung des Bades eher 1–2 Wochen.
Geht der Umbau auch in der Mietwohnung?
Ja, mit Zustimmung des Vermieters — bei berechtigtem Interesse können Mieter die Erlaubnis für barrierereduzierende Umbauten in der Regel verlangen; der Vermieter darf eine Sicherheit für den Rückbau fordern.
Gibt es Zuschüsse auch ohne Pflegegrad?
Ja: Die KfW fördert den altersgerechten Umbau unabhängig vom Pflegegrad (Programm 455-B, solange Mittel verfügbar), zusätzlich kann der Steuerbonus für Handwerkerleistungen greifen. Oft lohnt aber zuerst der Pflegegrad-Antrag — schon Pflegegrad 1 genügt für den § 40-Zuschuss.
Was ist eine bodengleiche Dusche?
Eine Dusche ohne Schwelle, deren Boden nahtlos in den Badboden übergeht — begehbar ohne Stolperkante, befahrbar mit Rollator oder Duschrollstuhl und mit rutschhemmendem Belag ausgeführt.
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